Als Gruppe nach Santiago auf dem Jakobsweg

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Raporto en Esperanto


Bericht einer Pilgerschaft

Autor: Rudolf Fischer
Weitere Pilgerberichte der Folgejahre findet man auf der Übersichtsseite.

Vom 25. Juni bis zum 17. Juli 1998 war ich mit einer Gruppe von 15 Aktiven unserer Pfarrgemeinde Nordwalde und 3 Begleitfahrzeugen auf dem Jakobsweg unterwegs. Einige von uns hatten jeweils Fahrdienst. Die 3 Begleitfahrzeuge transportierten den Großteil unseres Gepäcks und ein Zelt.

Dieser Bericht soll denjenigen Erfahrungen und Tips zugute kommen lassen, die sich wie wir in einer größeren Gruppe und mit Begleitfahrzeugen, d.h. nicht wie die gewöhnlichen Einzelpilger auf den Weg machen wollen. Ultreia!


Zunächst eine Übersicht:

Wir haben von Nordwalde bei Münster bis zum Kap Finisterre und zurück in 23 Tagen etwa 5.000 km zurückgelegt. Vom 3. bis zum 17. Tag sind wir insgesamt über 300 Kilometer gelaufen; meist etwa 23 km am Tag. Nur einen Tag davon sind wir ausschließlich in den Autos gefahren. Festes Quartier war nur an einem Tag auf der Hinreise und an zweien auf der Rückreise gebucht.

Für die Übernachtungen hatten wir geplant: In den Refugios übernachten, sofern wir dadurch keinem Fußpilger den Schlafplatz nehmen. Sonst am Refugio zelten. Wenn das nicht geht, Campingplatz oder Privatquartier. Insgesamt ging dieses Konzept auf.

Allgemeine Tips:

Reiseverlauf:

25.06.98 Anfahrt bis Chartres

Dort Übernachtung in der Jugendherberge (vorher gebucht). (sehr gut)

Tip: Die Turmbesteigung der Kathedrale sollte pro Kopf über 10 DM kosten. Das war einer der Fälle, in denen wir Peter als unseren begleitenden Priester vorschickten. Er holte gerade zu Verhandlungen über einen christlichen Mengenrabatt aus, da entdeckte man unsere Pilgeraufmachung (wir hatten alle ein T-Hemd mit unseren Namen, der Pilgermuschel und einer Zeichnung des Jakobswegs an): "Pilger? Die kommen hier umsonst rauf." Na, das ließen wir uns nicht zweimal sagen... :-)

26.6.98 Anfahrt bis St. Jean-Pied-de-Port (160 m) am Fuß der Pyrenäen

Ziemlich erschöpft trafen wir dort ein und suchten das Refugio, um dort zu zelten. Nachdem eine hilfsbereite Einheimische am Refugio schon alles angeleiert hatte, kamen zwei liebe deutsche Landsleute dazu und lehnten jede Hilfe kategorisch ab.

Einer von ihnen (sogar aus Münster) versuchte, uns richtig zur Schnecke zu machen: So eine große Gruppe, wohl wahnsinnig geworden, mit Autos gibt's keinen Pilgerausweis, habt euch wohl gar nicht vorbereitet, ich habe 10 Jahre dazu gebraucht, ihr Flachlandtiroler schafft ja nicht mal die Pyrenäen usw. Uns rutschte das Herz etwas in die Hosen. Das fing ja lieblich an! Dann kam Trotz hoch: Dem Klugsch... werden wir es zeigen!

Immerhin gab er uns den Hinweis, auf den städtischen Campingplatz zu gehen (und kontrollierte später, ob wir wenigstens das gerafft hatten). Der Campingplatz war eigentlich schon geschlossen, aber man konnte sich einfach einrichten und am andern Morgen bezahlen. Nicht sehr luxuriös, aber zufriedenstellend.

27.6.98 Übergang über die Pyrenäen bis Roncesvalles (25 km)

Die im Refugio erhaltene Wanderskizze hatte einen Fehler: sie wies den Weg über den Ibañeta-Paß aus; die gelben Wanderzeichen führten aber direkt nach Roncesvalles. (Für den, der wirklich über den Ibañeta-Pass will, hier die Lösung: hinter dem Paß (1.480 m) der Asphaltstraße, die von links vom Fernsehturm kommt, nach rechts folgen.)

Wir "Flachlandtiroler" sind ohne Probleme über die Pyrenäen gekommen. (Was uns half: Zu Hause hatten wir ganz schön trainiert und waren bis 30 km probegelaufen. Der steilste Aufstieg fand zu Anfang bei bedecktem Himmel statt.)

Wasser: Nach dem ersten steilen Drittel gibt es eine Quelle mit gutem Wasser. (Etwas später kamen wir aus den Wolken heraus, und die Sonne fing an zu brennen.) Die Rolandquelle kurz vor der spanischen Grenze (großer Grenzstein) war ein mickriges Rinnsal, sah nicht trinkbar aus. Etwa 1 km hinter der Grenze Ruine einer Einsiedelei (und geschlossene Schutzhütte) mit einer schönen klaren und kalten Quelle. Kurz darauf der erste Sattel bei 1.250 m, danach noch einmal steil hoch bis zum Paß in 1.480 m Höhe. Dann geht es etwa 500 m sehr steil abwärts (viele von uns bekamen Knieschmerzen). Da wir aber viel Zeit (Pausen!) hatten, war alles halb so schlimm.

In Roncesvalles gab es die benötigten Pilgerausweise trotz Begleitfahrzeugen, aber keine Unterkunft. Deshalb Übernachtung auf dem Campingplatz Burguete (5 km hinter Roncesvalles, sehr gut, Menü: 1100 Peseten = 13,75 DM)

28.6.98 zu Fuß nach Larrasoaña (26 km)

War anstrengender als wir dachten. Viele Steigungen, viel Geröll. Es geht keineswegs sanft die Pyrenäen hinab, wie man denken könnte, sondern noch einige Male auf und ab. Mehrmals trafen wir andere Pilger. Auf der Höhe von Erro erwarteten uns die Bullis mit dem Mittagessen. Danach ging es frisch gestärkt weiter. Nach der herrlichen Landschaft ist das Industriegelände in Zubiri ein Schlag ins Gesicht. Gottseilob wird es dann bis Larrasoaña wieder schön.
Unterwegs ein Schock: einer schreit auf, daß er seinen Gürtel verloren hat, mit allem Geld und allen Ausweisen. Sofort begleitet ihn einer von uns mit zurück; die andern übernehmen die Tagesrucksäcke. Kurz drauf treffen wir in Larrasoaña ein. Die Bullifahrer warten am (genauer gesagt: im) klaren Fluß und planschen dort herum. Kurz drauf starten zwei Bullis, um nach den Suchern Ausschau zu halten. Aber die Straße ist ja abseits des Pilgerweges. Kaum sind sie weg, kommen zwei freudestrahlende Gestalten über die Brücke und schwenken den Gürtel. Er hat mitten auf dem Pilgerpfad gelegen, unberührt. Bald sind auch die Bullis, die bis Zubiri zurückgefahren waren, wieder da. Jetzt möchten wir die Stempel im Refugio, das nicht weit um die Ecke an der Hauptstraße liegt. Ob wir sie bekommen, trotz Begleitfahrzeugen? Peter, unser Kaplan, schmeißt sich für alle Fälle in ein Priestergewand, man weiß ja nie. Wir umstehen ihn feixend. Im Refugio stellt sich heraus, daß dieser Umstand hier und überall sonst auch überflüssig war. Der Refugioleiter, Pfarrer und Bürgermeister außerdem, schwallt uns herzlich zu und stempelt nach Leibeskräften. Er sei auch in Aachen gewesen, kenne die dortige Jakobsgesellschaft gut. Viel mehr haben wir sprachlich nicht verstanden, die Sprache des Herzens war aber problemlos zu verstehen.

Autofahrt nach Najera (fast 130 km). Campingplatz im Ortszentrum. Etwas klein, aber gute Einrichtungen. Je mehr Spanisch wir zusammenkratzten, desto freundlicher wurde der Besitzer. (gut)

29.6.98 zu Fuß nach Santo Domingo de la Calzada (23 km)

Unterwegs: Refugio in Azofra, von Deutschen betreut (die aber nicht anwesend waren): (vorbildlich) Das Refugio liegt direkt neben der Kirche und war natürlich zunächst geschlossen. Nachdem wir ein paar Minuten dort herumgestanden hatten, kam eine alte Frau mit dem Schlüssel und zeigte uns alles stolz. Mit zwei schwedischen Radpilgerinnen trugen wir uns in das Gästebuch ein. Unser Jüngster ließ seinen Pilgerhut liegen und durfte anschließend 1 Kilometer hin- und zurücklaufen, um ihn zu holen. Später trafen wir auf einen Pilger aus den USA, der uns mit Tonband interviewte und ein Lied aufnahm. Gerade da hatten uns auch die schwedischen Pilgerinnen wieder eingeholt. Sie wunderten sich, wie weit wir schon wieder gelaufen waren. Nun, sie mußten mühsam mit ihren Rädern über die zerrissenen Feldwege holpern. Ich habe hier wie auch später noch öfter die Radpilger bedauert.

Santo Domingo de la Calzada: Der Dom (mit dem berühmten Hühnerpaar) war geschlossen. Direkt daneben im Stadtzentrum ist das Refugio; kein Platz für ein Zelt. (keine Wertung)

Campingplatz vor den Toren rechts der Einfallstraße (auf Hinweisschild achten). Mit Schwimmbad (kalt). Laden. Gaststätte. (vorbildlich, aber auch etwas teurer)

30.6.98: von Belorado nach San Juan de Ortega (18 km)

Morgens zunächst an der staubigen Stadt Santo Domingo de la Calzada in den Autos vorbei bis Belorado (23 km), da vorher der Jakobsweg nur über die Landstraße geht.

Belorado: Refugio an der Kirche. (keine Wertung)

Zu Fuß nach San Juan de Ortega. Hinter Villafranca de Montes de Oca geht es steil hoch in die Oca-Berge. Oben auf der Höhe schöner Rastplatz mit Quelle. Einige Kilometer weiter Abzweigung nach links zur Fahrstraße mit Rastplatz Valdefuentes (Wasser angeblich nicht trinkbar). Hinter den Bergen das winzige Dorf San Juan de Ortega mit Kathedrale und Refugio. Herzliche Aufnahme durch eine ältere Frau. "Bleibt doch hier, hier ist genug Platz für euer Zelt!"

Leider hatten wir voreilig nochmal den Campingplatz in Santo Domingo gebucht (und fuhren die Strecke wieder zurück).

Pilger mit Zelt (und andere) sind in San Juan de Ortega also willkommen. (Wir haben uns aber nicht davon überzeugt, daß es wirklich Platz für unser Zelt gab.)

01.07.98 große Fahrt in den Autos bis Mansilla de las Mulas vor León (gut 200 km).

Campingplatz in Mansilla: wurde nach 2 Jahren gerade wieder eröffnet. Einfache Einrichtungen, (momentan noch) kein warmes Wasser. Dafür sehr billig. (Zufriedenstellend)

(Es gibt noch einen weiteren Campingplatz zwischen Mansilla und León.)

Besichtigung von León, wo wir auch mit Augusto aus Valencia verabredet sind. Er will uns eine Woche begleiten. Meine Frau und ich sprechen wie er u.a. Esperanto, und dadurch haben wir ihn über das Internet kennengelernt. Vor der Kathedrale von León kreuzt er gleich mit einem Reporter auf. - In der Woche danach hat er sich bestens mit unserer Gruppe verstanden, wir fühlten uns bereichert. Danke, Augusto!

Abends Menü im Dorfgasthaus von Mansilla (unweit des Refugio): 900 Peseten (sehr zu empfehlen).

02.07.98 Von Astorga nach Rabanal del Camino

Zunächst mit den Autos nach Astorga. (45 km) Dort Besichtigung der Innenstadt.

Danach zu Fuß nach Rabanal del Camino (20 km). Refugio von Engländern geleitet. Wiesen uns ab: "Nur im Notfall zelten im Garten, da sonst die Einrichtungen überlastet werden.." :-(

Notunterkunft im privaten Refugio im Dorfzentrum. Gute Einrichtungen. Küche mit Herdfeuer. U.a. Schlafsaal mit 40 Betten, der durch eine Jugendgruppe aus Madrid belegt war. Nette Herbergswirtin. Mäßiger Preis. (Sehr gut)

In der Pilgerküche gibt es Getuschel über uns. Augusto, unser spanischer Freund und Begleiter, fragt nach dem Grund. Man zieht eine Zeitung hervor, in der wir groß abgebildet sind. Aha, das Interview in León.

03.07.98 zu Fuß über die Berge von León bis Molinaseca

Höhen wie in den Pyrenäen. Unterwegs das "Eiserne Kreuz" (Cruz de Hierro), an dem die Pilger einen Stein für ihre Sorgen ablegen. Meine Frau und ich hatten je einen Schotterstein vom Privatgleis zum atomaren Zwischenlager Ahaus mitgebracht. Schlechtes Wetter: Wolken, fast keine Sicht, aber auch kein Regen.

Auf einmal Glockengeläut zur Begrüßung, als wir in Sicht kommen: Refugio Manjarin. Hier leben einige Sonderlinge in primitiven Verhätnissen, aber gastfreundlich und sympathisch. Jeder Pilger trägt symbolisch einen Stein von einer der nahen Ruinen herbei, da neben dem jetzigen Refugio ein weiteres entstehen soll. (Übernachten: Wer's gern naturverbunden oder abenteuerlich möchte: warum nicht?)

Molinaseca: Refugio mit festen Zelten, aber auch Stockbetten im Freien unter dem Dachüberstand. Letztere nahmen wir gleich in Beschlag. Der Hospitalero schüttelte den Kopf: er konnte uns ein paar Betten im Haus anbieten, aber wir wollte lieber alle zusammen draußen schlafen.

Das Refugio ist eng; wenige, sehr enge Duschen und Toiletten. Aber Fernsehen (Fußballweltmeisterschaft) und Bier. (gut)

04.07.98 zu Fuß nach Villafranca del Bierzo (28 km)

Morgens erst durch Ponferrada. (Bei unserer Planung hatten wir die größeren Städte ausgespart, da bei Refugios in kleineren Ortschaften eher zu erwarten war, daß wir dort Platz für unser Zelt finden würden.)

Bei glühender Sonne bis Cacabelos. Mittagspause am Fluß. Dann weiter nach Villafranca del Bierzo (leider einige staubige Wanderabschnitte auf der Fernstraße).

Villafranca del Bierzo: 2 Refugios und 1 Zeltplatz. An der alten Pilgerkirche (mit Ablaßpforte) privates Refugio. Herzliche Aufnahme, aber alles im Umbau. Kein Platz für ein Zelt. Abends in diesem Refugio gutes Menü. Nicht so toll wie im Gasthaus, aber noch sehr gut und sehr preiswert.

Offizielles Refugio etwas davor am Jakobsweg. Scheint recht neu zu sein. (Keine Wertung)

In der Innenstadt (am Ende des Marktplatzes rechts an einem Bankgebäude eine steile Gasse hoch, dann die nächste Straße links) ein neuer städtischer Pilgerzeltplatz mit fest installierten Zelten. Hier wurde jeder ohne Rückfrage aufgenommen. (Am anderen Morgen wurde sogar unsere übliche Spende abgelehnt.) Mehrere Duschen- und Toilettenwagen; Waschwagen. (vorbildlich) Leider fast kein Platz zum Parken.

05.07.98 zu Fuß nach O Cebreiro (auf der Höhe der Kordilleren) (29 km)

Leider erst 12 km mühseliger Anmarsch, zum Großteil auf der Straße bis Ambasmestas. Evtl. sollte man diesen Teil mit dem Auto fahren.

Es gibt eine alternative Strecke über einen Bergrücken, die landschaftlich schön, aber 4 km weiter sein soll. Diese zusätzliche Anstrengung haben wir uns nicht zugetraut.

Dann beginnt der Aufstieg, hinter Herrerias, steil hoch, auf einer alten Römerstraße mit teils Originalpflaster bis La Faba. Brunnen. Bei Sonne dann noch sehr anstrengende 4 km immer weiter hoch bis O Cebreiro. Für uns mit Abstand die anstrengendste Strecke.

O Cebreiro: großes Refugio mit sehr guten Einrichtungen (empfehlenswert), aber überfüllt. (Die Gruppe aus Madrid lag in den Gemeinschaftsräumen und der Küche auf dem Boden.)

Kein Platz zum Zelten, alles zu steil. Aber: das alte Refugio, ein uraltes Keltenhaus, sehenswert und dreckig. Wir nahmen es. (Duschen und Toiletten im ca. 300 m entfernten Refugio durften wir mitbenutzen.) Es war schon komisch, sich dort einzurichten, während die Touristen aus und ein gingen und schaudernd zusahen, wie wir dort auf dem Boden schlafen wollten. Abends, bei Kerzenlicht und Rotwein, ging es sehr lustig zu.

06.07.98 zu Fuß nach Triacastela (24 km).

Dort wimmelte wieder die Gruppe aus Madrid, so daß wir mogelten: mit dem Auto nach Sarria (18 km).

In Sarria ganz neues Refugio mit sehr guten Einrichtungen (empfehlenswert). Hier konnte unsere ganze Gruppe Betten bekommen. - Augusto machte abends für uns alle eine Paella in der Pilgerküche. Lecker!

07.07.98 zu Fuß nach Portomarín (24 km)

Morgens das einzige Mal Regen auf dem Marsch, aber nicht lange. Sehr kalt.

In Portomarín wie erwartet alles überfüllt. Die angebotene Turnhalle (wahnsinnig laut, 1 Toilette und 1 Dusche, defekt) kam trotz aller Pilgerbescheidenheit nicht in Frage.

Zu Fuß zum Campingplatz (2 km) an einem Bauernhof. Viel Platz. Leider teils defekte Einrichtungen. Schwimmen im Stausee (das Wetter war längst wieder super). Billig. (gut)

Wir brachten etwas traurig unseren spanischen Freund Augusto nach Lugo zum Zug. Danach Stadtbesichtigung. -

08.07.98 zu Fuß nach Palas de Rei (24 km)

Ab jetzt glich der Pilgerweg einer Ameisenstraße. Der großen Gruppe aus Madrid waren wir durch unsere gemogelten 18 km Autofahrt entkommen; aber: ab jetzt liefen wir zusammen mit einer ebenso großen aus Zaragoza.

Das Refugio in Palas de Rei (empfehlenswert) war voll, die Notunterkunft beim Pfarrer neben der Kirche auch (4o Plätze auf dem Fußboden). Wir durften aber zwischen Notunterkunft und Kirche zelten. (So gab es für 55 Pilger je 2 Duschen und Toiletten.)

Menü in der Stadt 800 Peseten. Sehr gut.

09.07.98 zu Fuß nach Ribadiso (25 km)

Einsam gelegenes Refugio am Fluß (Wasser viel zu kalt zum Baden). Viel Platz für Zelte (aber keiner zum Parken, wir quetschten uns auf eine Einfahrt). Sehr gute Duschen und Toiletten, aber die Hälfte abgeschlossen, obwohl die große Gruppe und wir zusätzlich da waren. Ansonsten: (empfehlenswert)

10.07.98 zu Fuß nach Santa Irene (20 km).

Eigentlich wollten wir 4 km weiter bis O Pino, aber unser Vorauskommando teilte uns über Sprechfunk mit, daß dort kein Platz zum Zelten war. Hinter dem Refugio von Santa Irene war eine Wiese, aber: wie befürchtet, gehörte sie nicht zum Refugio und war auch zu uneben für ein großes Zelt.

Also, mit den Autos zurück nach Arzua zum Campingplatz. Klein, wenige und enge Duschen und Toiletten. Schwimmbecken. (gut)

11.07.98 von Santa Irene zu Fuß nach - Santiago! (27 km)

Eigentlich sollte diese letzte Fußetappe die kürzeste werden, nämlich von O Pino nach Monte del Gozo. Nun mußten wir schon die 4 km von Santa Irene nach O Pino zulegen. Dann beim Monte del Gozo angekommen, stellte sich heraus, daß die riesige Campinganlage geschlossen war. (Unter brütender Sonne und kein Schatten, sowieso nicht einladend.) Und die berühmte Sicht auf Santiago durch einen Eukalyptuswald versperrt!

Also, weiter zu Fuß nach Santiago und zum dortigen Campingplatz "As Cancelas", sehr anstrengende 7 km Pflastertreten.

Wegverlauf zum Campingplatz "As Cancelas": In der Stadt immer den Jakobsweg entlang, zuerst auf der Rua de San Lazaro, bis er an einer großen Kreuzung im Osten der Stadt halblinks abzweigt (Rua do Valino). (Geradeaus geht die Rua de San Lazaro als Avenida do Camino Frances weiter: nur Autofahrer folgen dieser gemäß den Schildern zum Campingplatz. 1,5 km Umweg!) Fußgänger gehen an dieser Kreuzung an einer Bushaltestelle rechts eine steile Treppe hoch. Von hier ist man binnen 400 m auf der Straße oberhalb der Treppe nach einer steilen Linkskurve schon am Campingplatz (Rua 25 de Xullo). - Der Weg vom Campingplatz in die Innenstadt: Die steile Straße und die Treppe wieder herunter, ab der Kreuzung einfach wieder dem Jakobsweg folgen: Rua do Valino, Rua das Fontinas, Fonte dos Concheiros, Rua de San Pedro. Hier erreicht man die Altstadt und geht immer weiter geradeaus zur Kathedrale.

Campingplatz "As Cancelas" (es gibt noch weitere): 2,5 km vom Zentrum entfernt, also in Zu-Fuß-Reichweite. Schwimmbad. Sehr gute Duschen und Toiletten. (empfehlenswert)

Am Spätnachmittag haben wir die Pilgerurkunden im Pilgerbüro bekommen. Nach etwas Diskutieren, denn man sah sofort aus unseren Pässen, daß wir nicht von Roncesvalles gelaufen sein konnten. Aber wir hatten alle Stempel ab O Cebreiro, und so ging es durch.

Abends Menü in der Innenstadt (1300 Peseten); nach 4 Flaschen Rotwein streikte der Ober, mehr sei nicht inbegriffen. Typisch Großstadt. :-( Auf dem Weg in die Innenstadt gibt es unterwegs ein besseres Angebot.

Abends bekamen wir noch Ärger auf dem Campingplatz. Nachdem wie üblich noch etwas die Rotweinbecher kreisten, wurden wir um 24 Uhr durch die Lageraufsicht ultimativ zum Schlafen aufgefordert. Sonst flögen wir vom Platz. :-( In der Nacht fuhr Peter hoch und rief im Schlaf trotzig: "Wir sind eine gemischte katholische Pilgergruppe." Jawohl! :-)

12.07.98 Santiago de Compostela

(Sonntag, so hatten wir es geplant) Pilgermesse mit Weihrauchfaßschwenken in der Kathedrale. Nachmittags zur freien Verfügung.

13.07.98 Beginn der Rückfahrt über Kap Finisterre

(heul!) Zunächst 125 km an der Küste entlang nach Kap Finisterre. (Zu-Fuß-Entfernung nur etwas über 80 km, aber nicht so schöne Strecke.)

Achtung: In der Stadt Fisterra nicht in den Hafen runterfahren, sondern die Hauptstraße kurz hinter dem Ortsrand nach rechts in Richtung "Faro" (Leuchtturm) verlassen.

Am Kap hatten wir schlechtes Wetter: fast keine Sicht, sogar etwas Regen. Traditionell haben wir kaputte Schuhe, Socken und T-Hemden verbrannt. Stank furchtbar.

Weiterfahrt an die Nordküste bis hinter Gijon. Campingplatz. Wetter immer noch schlecht, aber kein Regen mehr.

14.07.98 Weiterfahrt: Altamira, Noja

Auf dem Weg weiter die traumhafte Küste entlang wollten wir auch einen Abstecher zu den berühmten Höhlen von Altamira machen. Große Enttäuschung: Die Höhlen selbst sind nur nach Voranmeldung von ca. 1 Jahr (!) zu besichtigen. Oberirdisch gibt es ein Museum, das schon um 14.30 h schließt: wir kamen um 14.10 h an und durften gerade noch die Toiletten benutzen... :-(

Jetzt hielt uns nichts mehr: Hinter Santander hatten wir auf der Karte den Strand von Noja ausgesucht, denn das Wetter wurde immer sonniger. Auf einem kleinen Campingplatz bekamen wir problemlos Unterkunft. Noja: Sandstrand mit vorgelagerten Felsen. Herrlich! 6 von uns blieben die Nacht über gleich am Strand.

15.07.98 Weiterfahrt nach Loyola

Weil wir bei dem schlechten Wetter der Vortage viel weiter gefahren waren, als ursprünglich geplant war, hatten wir heute viel Zeit. Bis kurz nach Mittag blieben wir noch an unserem Traumstrand. Dann ging es die relativ kurze Entfernung bis zur riesigen Klosteranlage von Loyola. Freundliche Aufnahme durch die Schwestern, aber teuerste Unterkunft unserer Fahrt (2.500 Peseten pro Kopf nur für Übernachtung). (nicht empfehlenswert) Von zu Hause aus ist blind buchen wohl schlecht buchen. Wenn man keine Busreise macht, sondern ein Zelt dabei hat, ist man auf einem Campingplatz billig und gut bedient.

16.-17.07.98 Rückreise

mit Zwischenübernachtung in der Jugendherberge in Tours (gut). Dort wurde einem von uns die gesamte Barschaft aus dem abgeschlossenen Zimmer gestohlen. :-(


Letzte Änderung: 26.05.2006